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5 Tipps für einen igelfreundlichen Garten

Warum eigentlich einen igelfreundlichen Garten? Die Igel (und natürlich auch viele andere Wildtiere) haben es mittlerweile ziemlich schwer im Einzugsgebiet des Menschen zu wohnen. Gerade Igel haben für uns aber einen großen Nutzen, da sie viele Schädlinge fressen und zum Gleichgewicht im Garten beitragen. Sie haben sich im Laufe der Evolution eine gewisse Lebensweise angeeignet, diese kollidiert aber mit der Lebensweise des Menschen. Igel haben ihre Reviere, diese erstrecken sich gut und gerne über einen Quadratkilometer und im Gegensatz dazu haben die Menschen das Bedürfnis „ihr Reich“ von dem der anderen zu trennen. So ist es nicht verwunderlich, dass Igel immer seltenener anzutreffen sind.

igelfreundlichen Garten
Igel im Garten

Der Igel im besonderen hat mehrere Tagesnester, welche er regelmäßig durchwechselt. Zum Beispiel unter Sträuchern oder in Laubhaufen. Nachts durchstreift er sein Revier. Und diese Reviere werden durch unsere Einzäunungen begrenzt oder komplett unterbrochen. Da Igel Einzelgänger sind, führt das dazu, dass viele Igel nicht mehr in die Reviere anderer können und so zum Beispiel auch keine Nachkommen mehr zeugen können. Dadurch sinkt natürlich die Population. 

Anderen Tieren wie etwa Kröten und Frösche ergeht es ähnlich. Sie erreichen ihre Laichplätze nicht mehr und können sich somit auch nicht mehr fortpflanzen oder müssen umsiedeln. Oft fehlen geeignete Ausweichmöglichkeiten. Gerade wenn es um Teiche oder Tümpel geht, gibt es kaum Auswahlmöglichkeiten. Heutzutage wird sowohl in der Landwirtschaft als auch in den heimischen Gärten alles trockengelegt. Sumpfige Stellen sind oft nicht erwünscht.

Tipp 1: Garten igelfreundlich einzäunen

Um Igel im Garten zu fördern, ist es auch bei der Einzäunung sinnvoll, auf igelfreundliche Umzäunungen zu setzen. Oft braucht es nur eine optische Abtrennung von öffentlichen Bereichen oder anderen Grundstücken. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten sein Grundstück optisch von anderen Grundstücken zu trennen. Zäune sind oft die erste Wahl um ein Grundstück einzufrieden. Auch gibt es Situationen in denen ein Zaun unabdingbar ist. Zum Beispiel an einer stark befahrenen Straße oder an einem stark frequentierten Weg. Wenn man nun sein Grundstück mit einem Zaun einzäunen möchte, sollte man einige Kleinigkeiten beachten. Zum Beispiel, dass man den Zaun 10- 15 cm über dem Boden enden lässt, um dem Igel ein Durchkommen zu ermöglichen.

Um einen igelfreundlichen Garten zu erzielen ist es auch nicht notwendig überhaupt keinen Zaun zu bauen! Um Igel im Garten eine Chance zu geben ist es wichtig, dass es einige Ein- und Ausgänge in euren Garten gibt. Beispielsweise Schlupflöcher im Zaun, oder den Zaun nicht komplett dicht zu machen. Den Zaun, wie oben bereits erwähnt etwas über dem Boden enden zu lassen, oder auch nur den wirklich notwendigen Teil des Gartens einzäunen. So ist schon ein riesengroßer Schritt in Richtung igelfreundlichen Garten getan.

Wir haben unser Grundstück nicht eingezäunt. Zum einen um einen igelfreundlichen Garten zu erzielen und zum anderen empfand ich damals schon einen Zaun nicht als unbedingt schön. Nur an einer Stelle brauchten wir Sichtschutz, da hier ein stark frequentierter Weg entlang läuft. Hier haben wir ein Hochbeet mit integriertem Sichtschutz gebaut. An allen anderen Stellen haben wir unser Grundstück überhaupt nicht eingezäunt.

Durch diese offenen Bereiche können nun nicht nur Tiere ungehindert in die angrenzenden Gärten, wir haben mittlerweile auch festgestellt, dass dies eine sehr kinderfreundliche Variante ist und die Kinder der Nachbarschaft sich regelmäßig über die Grenzen hinweg treffen. Das gefällt mir persönlich sehr gut. Selbst unsere Nachbarn haben sich daran gewöhnt, dass es keinen Zaun und lediglich eine Hecke als Begrenzung gibt. Sie hatten zuerst Bedenken, dass unser Hund die Grundstücksgrenze nicht beachten würde und in die umliegenden Grundstücke laufen würde. Das ist aber bis heute noch nicht passiert!

Es gibt unglaublich viele tolle Ideen um einen igelfreundlichen Garten zu gestalten. Viele Ideen dazu findest du im Netz. Viel Inspiration könnt ihr auch auf Instagram und Co. erhalten. Hier seht ihr eine Idee meines Lieblingsaccounts auf Instagram „Hutzelhäuschen„. Sie hat das Problem sehr süß gelöst, indem sie einfach ein kleines Loch im Tor gelassen hat.

Mein Anliegen an Euch ist es, dass Ihr beim Bau eines Zaunes auch an die anderen Mitbewohner denkt und vielleicht das ein oder andere Schlupflocher in euren Zaun einbaut. Vielleicht reicht es ja auch nur Teile eures Gartens einzuzäunen und einen anderen Teil anders zu trennen. Beispielsweise mit einer Hecke aus einheimischen Pflanzen, mit Spalierobst oder mit einem Zaun mit großen Lücken, wie etwa einem Staketenzaun.

Tipp 2: andere Arten der Eingrenzung finden

Es gibt auch andere igelfreundliche Methoden um ein Grundstück einzugrenzen. In einem igelfreundlichen Garten muss man nicht auf Eingrenzungen verzichten. Hecken zum Beispiel, oder Spalierobst machen sich auch sehr gut als „Zaunersatz“. Im ersten Moment mag das vielleicht ein bisschen befremdlich wirken, keinen Zaun zu bauen (so ging es mir auch!) aber im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich es nicht getan habe. Man gewöhnt sich daran, dass dieser eben nicht da ist. Optisch wird mein Grundstück ja abgegrenzt.

Hecken oder Spalierobst erfüllen den gleichen Zweck wie Zäune. Sie dürfen meist sehr nah an der Grundstücksgrenze gepflanzt werden (da gibt es aber immer regionale Unterschiede!) und erfüllen den gleichen Zweck. Allerdings sind sie für kleine Lebewesen durchdringbar und erfüllen noch weitere Zwecke. Sie bieten Lebensraum, Nahrung und Schutz vor Fressfeinden für Vögel, Igel, Kröten und Frösche, aber auch Insekten. Und sie bieten natürlich auch weitaus mehr Vielfalt als ein Zaun mit Plastikstreifen oder eine Gabionenwand.

Hecken und Bäume kühlen auch die Umgebung, was in Zeiten des Klimawandels auch ein wichtiger Punkt ist. Und eine Hecke oder ein Baum bietet gegenüber einem Zaun einen erheblichen Mehrwert. Je mehr Diversität im Garten herrscht, desto mehr Natur kommt auch in den Garten zurück. Wenn du gerne mehr über Vielfalt und Diversität lesen möchtest, kannst du gerne mal in meinem Artikel „12 Gründe für einen Naturgarten“ vorbeischauen.

Tipp 3: Igeln ein Zuhause bieten

Igel sind theoretisch gar nicht so schwer zufrieden zu stellen. Im Grunde braucht es in einem igelfreundlichen Garten etwas Platz, Nahrung und Unterschlupf. Ein Igel benötigt einen ruhigen Ort, der etwas abseits liegt und an dem der Igel tagsüber ungestört ruhen kann. Das können abgelegende, schwach frequentierte Bereiche sein, in denen es vielleicht auch nicht ganz so ordentlich zu geht. Nachts geht er auf Streichzug durch sein Revier und frisst allerlei Schnecken, Laufkäfer und anderes Getier. Hier ist der ausschlaggebende Punkt, die Mobilität des Igels nicht zu behindern und die Reviere des kleinen Wesens nicht zu beschränken.

An Nahrung sollte es einem Igel auch nicht mangeln. Das dürfte in einem naturnahen Garten aber eigentlich kein Problem sein, da hier meist genug Nahrung zu finden ist. Um den putzigen Tierchen zu helfen, kann man im Herbst das Laub zu einem Haufen aufschichten, sodass der Igel sich dort ein Nest für den Winter anlegen kann. Oder man kann auch ein Igelhaus in eine ruhige Ecke des Gartens stellen.

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Tipp 4: Nahrung für den Igel

Natürlich wird sich in keinem Garten ein Igel langfristig aufhalten, wenn er vor Ort keine geeignete Nahrung findet. Hier ist der Schlüssel, wie so oft, Diversität! Um dem Igel genügend Futter zu bieten, müssen natürlich genug Futtertiere vorhanden sein und diese müssen selbstverständlich auch wieder Nahrung und Brutplätze vorfinden. Je mehr Biodiversität im Garten herrscht und je mehr einheimische Pflanzen im Garten wachsen, desto mehr Leben ist in deinem Garten. Dann ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sich ein Igel in deinen Garten verirrt.

Tipp 5: Mit den Nachbarn zusammenarbeiten

Eine schöne Idee einen igelfreundlichen Garten zu gestalten ist es auch, wenn Nachbarn zusammenarbeiten und ihre Gärten ineinander übergehen lassen, vielleicht sogar einen ähnlichen Gartenstil verfolgen und zusammen arbeiten. Somit kann man die zusammengelegte Fläche erhöhen und bietet so den Igeln wesentlich mehr Möglichkeiten um einen Unterschlupf zu finden und Reviere zu bilden. Die Gärten sind besser untereinander vernetzt, was auch wieder zu mehr Biodiversität beiträgt.

Mehr zum Thema Igel kannst du auch beim NABU nachlesen. Denn der Igel steht auf der Vorstufe der roten Liste. 

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