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How to: Ein bienenfreundliches Beet anlegen

In diesem Artikel möchte ich einmal erklären, wie ich meine Beete geplant und angelegt habe. Der Fokus sollte dabei ein bienenfreundliches Beet sein. Ich habe mich bereits viele Jahre lang mit Stauden beschäftigt und diese zählen zu meinen absoluten Lieblingen, wenn es um die Gartengestaltung geht. Nun war die Herausforderung, Beete möglichst mit bienenfreundlichen Pflanzen und Wildstauden anzulegen. Tatsächlich habe ich bisher noch nicht all zu viele Onlineshops gefunden, die Wildstauden verkaufen. Einen der wenigen Onlineshops ist Samenhaus Müller*. Hier kannst du sehr viele Wildpflanzen in Samenform bestellen. Auch in umliegenden Gärtnereien gibt es nicht immer die Wildform von Stauden. So habe ich mich hauptsächlich mit bienenfreundlichen, ungefüllt blühenden Stauden begnügt.

Es gibt aber trotzdem ein paar Stauden, welche sehr häufig in ihrer Wildform im Handel erhältlich sind. Das ist zum Beispiel das Steinkraut* oder der Rutenweiderich. Auch der Salbei bietet in verschiedenen Zuchtformen noch vielen verschiedenen Wildbienen Nahrung. Bei meiner Lieblingsgärtnerei wurde mir auch schon gesagt, dass der Trend anscheinend in Richtung Wildpflanzen gehe, was mich persönlich sehr freut.

bienenfreundliches Beet im Vorgarten gestaltet
lila Staudenbeet

Was sind Stauden

Stauden sind krautige Pflanzen, die im Frühjahr austreiben und im Herbst oberirdisch komplett vertrocknen. Über die Winterzeit sind sie nicht zu sehen. Erst im Frühjahr bilden sie wieder neue Austriebe. Viele Menschen sind der Meinung, die Pflanze wäre kaputt gegangen und entsorgen sie deshalb oft. Das ist aber nicht der Fall. Stauden sind mehrjährig und bilden entweder Horste, welche nach ein paar Jahren auch geteilt und so vermehrt werden können oder Ausläufer.

Worauf muss ich achten?

Im Allgemeinen ist es, denke ich, gerade für ein Beet für Anfänger wichtig, nicht zu viele verschiedene Pflanzen zu benutzen. Das wirkt schnell zu voll. Man kann tatsächlich schon mit drei verschiedenen Pflanzenarten eine tolle Wirkung erzielen. Vorallen sollte man es mit der Farbauswahl nicht übertreiben, ich würde nicht zu bunt pflanzen, da dies das Auge ziemlich schnell überfordert.

Auch kann man sich immer daran orientieren eine ungerade Zahl an Pflanzen zu nehmen. Dies wirkt harmonischer, ist aber nicht immer die beste Wahl, wie bei meinem Beispielbeet. In diesem Beet gibt es die Besonderheit, dass man von verschiedenen Seiten auf das Blumenbeet schauen kann. Und so ergibt sich eine andere Konstelation an Pflanzen.

Wie lege ich ein Beet neu an oder gestalte ein bienenfreundliches Beet?

Ich habe tatsächlich so angefangen, dass ich mir einen Block und einen Stift genommen habe und ganz grob meinen Garten aus der Vogelperspektive skizziert habe. In meinem Fall habe ich meinen Garten von Grund auf neu geplant*, da wir ein Haus neu gebaut haben. Die selbe Methode funktioniert aber auch bei einem bestehenden Garten. Hier finde ich es fast sogar einfacher, da man umgebungsbezogener arbeiten kann und bereits „Eckpfeiler“ im Garten hat an denen man sich orientieren kann.

Wenn der Garten neu angelegt wird, sollte man vorab mit der Planung von Bäumen und Sträuchern starten, da man am Besten von Groß nach Klein plant. Hierzu habe ich bereits einmal einen Artikel geschrieben. Den kannst du hier gerne nochmal nachlesen.

Nachdem die bestehenden Strukturen aufgezeichnet wurden, kann man mit der eigentlichen Planung anfangen. Ich mag lila blühende Stauden sehr gerne und wollte eben solch ein Beet gestalten. Klassisch gestaltet man von groß nach klein, das heißt große hohe Stauden nach hinten und zum Betrachter hin werden die Pflanzen kleiner. Man kann sich dies wie eine Treppe vorstellen. Allerdings lag in diesem Beet eine Besonderheit vor, nämlich dass ein Weg aus Holzhackschnitzeln den Vorgarten in zwei Teile teilt. Den an der Hauswand gelegenen Teil habe ich anders bepflanzt, ich möchte der Einfachheit halber, hier nur auf den zur Straße hin gelegenen Teil eingehen.

Nun habe ich mir überlegt, wo die höchsten Stauden stehen sollen und mir eine Skizze dazu gemacht. Da dieses Beet von zwei Seiten aus betrachtet werden kann, musste überlegt werden, wie man auf die Pflanzen schaut. Hierzu habe ich dir eine Skizze gezeichnet, aus der sich erschließen lässt, wo welche Pflanzen stehen. Das Beet besteht aus mehreren Stauden und einem Halbstrauch.

Skizze für die Planung eines neuen Beetes im Naturgarten
Um ein neues Beet zu planen kann es helfen zuvor eine Skizze anzulegen und in verschiedene Zonen oder Bereiche einzuteilen

Weiter unten liste ich die verwendeten bienenfreundliche Pflanzen auf, sodass du diese auch für deine Beetgestaltung nutzen kannst.

Da wir uns in einem Naturgarten befinden, darf auch mal was im Beet wachsen, was ursprünglich nicht angedacht war. Es haben sich gleich zwei Nachtkerzen in diesem Beet niedergelassen, auch ein Sedum (gelb blühend) habe ich entdeckt. Hier solltest du aber aufpassen, dass diese ein- oder zweijährigen Pflanzen deine Stauden nicht allzu sehr bedrängen oder sie gar überwachsen. Manchmal, wie oben im Bild zu sehen, darf auch mal Berufskraut zeitweise darin wachsen, wenn es zu groß wird oder ich es nicht mehr ansehnlich finde, kommt es raus.

Alles in allem finde ich die Kombination gut gelungen, von Frühjahr bis Herbst blüht etwas in diesem Teil des Gartens und das Farbspektrum geht von rosa/ lila mit gelb hin zu einem lilafarbenen Beet in allen Schattierungen und durch die Nachtkerzen kommt später im Jahr wieder etwas gelb hinzu.

Was mir in diesem Beet tatsächlich nicht gefällt, ist die Bartblume. Diesen Halbstrauch hatte ich eigentlich als die Hauptpflanze eingesetzt, diese ist aber nicht so schön gewachsen wie gedacht und wird bereits von den Salbei überflügelt. Die machen ihre Sache als Blickfang aber auch gut. 🙂

Tipps und Tricks zur Beetplanung

Stelle dir vorab ein paar Fragen zu dem Bereich und überlege dir wie das Endergebnis aussehen soll.

  • Wo liegt der Gartenbereich? In der Sonne oder eher im Halbschatten?
  • Wie ist der Boden beschaffen? Sandig und trocken oder eher lehmig?
  • Ein Tipp, der mir das Planen einfacher gemacht hat: „Es gibt kein Richtig oder Falsch.“ Alles lässt sich verändern und anpassen.
  • Beziehe immer die Endhöhe der Pflanze in deine Planung ein. Viele Pflanzen sind gar nicht so hoch, doch wenn sie Blütenstände bilden, wachsen diese teils doppelt so hoch wie der Rest der Staude.
  • Fange beim Einpflanzen der Stauden mit den größten Stauden an. Dies sind zum Beispiel Fingerhut, Rittersporn, Zierlauch, etc. In meinem Fall ist es die Bartblume und einige Zierlauchzwiebeln. Diese „Leitstauden“ lenken den Blick und sind quasi das „Gerüst“ des Beetes. Um diese herum werden die mittleren Stauden plaziert, die sogenannten Begleitstauden.
  • Am Rand werden niedrig wachsende Stauden gepflanzt. Hier bieten sich bodendeckende Pflanzen wie Polsterglockenblumen oder Seifenkraut an. Auch kleine Bergastern machen sich hier sehr gut.
  • Um ein Trachtfließband zu erzielen, schaue ich, wann welche Stauden blühen und unterteile die Blühzeiten grob in drei Zeiten. Das Frühjahr, den Sommer und den Spätsommer (Herbst). Wenn du nicht weißt, was ein Trachtfließband ist und was es mit der Beetplanung zu tun hat, kannst du das in meinem Artikel Das Trachtfließband nachlesen.

Bienenfreundliches Beet zum Nachpflanzen

Dieses bienenfreundliche Staudenbeet liegt vollsonnig. Der Boden ist eher sandig und trocken. Ich habe die nachfolgende bienenfreundliche Pflanzen hierfür verwendet.

Skizze eines Pflanzplans mit verschiedenen Stauden darunter: Nachtkerze, Schafgarbe, Seifenkraut, Blühsalbei, Teppichthymian, Bartblume und Knäuelglockenblume
Skizze eines Pflanzplans mit verschiedenen Stauden darunter: Nachtkerze, Schafgarbe, Seifenkraut, Blühsalbei, Teppichthymian, Bartblume und Knäuelglockenblume

Jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim Nachgestalten so eines Blumenbeetes und ich würde mich freuen, wenn du mich auf Instagram verlinken oder ein Kommentar da lassen würdest 🙂

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