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Mein Garten und die verschiedenen Zonen

Am Anfang wollte ich nur meinen Garten gestalten. Dann habe ich gegoogelt und mich immer mehr über Naturgärten informiert. Dabei bin ich ziemlich oft über die verschiedenen Lebensbereiche im Garten gestolpert. Der Garten wurde dabei immer in mehrere Zonen unterteilt. Warme, trockene und magere Bereiche, aber auch schattige, feuchte und nährstoffreiche Zonen. Das macht natürlich auch Sinn, da nicht alle Seiten des Gartens gleich von der Sonne beschienen werden oder der Boden an einer Stelle eher mager und trocken, an anderer Stelle eher feucht oder nährstoffreich ist.

Distelfalter an Wollziest

Auch in der Natur ist dies der Fall, egal ob durch die Bewirtschaftung durch den Menschen oder durch natürliche Umstände wie Bäche, Flüsse, aber auch Unwetter und vieles mehr. Durch verschiedenste Einflüsse ergeben sich andere Gegebenheiten. Und da wir im Naturgarten gerne Biodiversität schaffen möchten, können wir auch gewisse Bereiche der Natur im Kleinen nachbauen. Ich habe in meinem Garten versucht, anhand vorhandener Verhältnisse, gewisse Strukturen nachzubauen. Andere, wie etwa größere Blumenwiesen sind mir aufgrund meiner kleinen Fläche an Garten nahezu nicht möglich.

Wenn du dich näher damit auseinandersetzen möchtest, oder weitere Anregungen zur Umsetzung lesen möchtest, dann schau dir dieses Buch an. Es ist enorm hilfreich, verständlich geschrieben und für mich eine wirkliche Kaufempfehlung!

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Unser Gartenboden ist generell eher lös- und lehmhaltig und somit relativ nährstoffreich. Als der Garten angelegt wurde, hat unser Landschaftsgärtner Sand unter die Erde gemischt, um einen lockeren Gartenboden zu erzielen. Ich weiß heute nicht, ob ich das so noch einmal machen würde. Allerdings macht es aus Sicht von uns Menschen natürlich Sinn, um den Boden zu „verbessern“, da die meisten Pflanzen einen durchlässigen aber nährstoffreichen Boden begrüßen.

Da man mit einem Bagger nicht besonders feinfühlig bei der Dosierung von Materialien sein kann, hat es sich ergeben, dass der Boden an den meisten Stellen immer noch sehr hart und lehmig ist, da relativ wenig Sand untergemischt wurde. An anderen Stellen ist der Boden durch den Sand sehr locker und speichert nahezu keine Feuchtigkeit. Das führte dazu, dass sich quasi „von alleine“ verschiedene Bodenverhältnisse und somit Lebensbereiche im Garten ergeben haben.

Sonnige, sandige Zone

Garten
Vorgarten linke Seite

Im linken Teil des Vorgartens ist der Boden daher sehr abgemagert und besteht fast ausschließlich aus Sand. Der Boden ist also sehr durchlässig und trocken, also ein perfekter Standort für mediterrane, trockenheitsresistente Pflanzen. Teilweise wurden durch die Bodenbearbeitung extreme Lebensbereiche geschaffen, die es nun galt zu bepflanzen.

Ich wollte unbedingt einige Kräuter im Garten haben, also habe ich vorallem mediterane Kräuter im Vorgarten verwendet, da sie sehr gut mit Trockenheit umgehen können. Das sind unter anderem Rosmarin, Thymian, Oregano und Lavendel. Dazwischen wurden einheimische Kugellauchsorten gepflanzt. Hier habe ich den Kugelköpfigen Lauch (Allium Sphaerocephalon) und den Berglauch verwendet.

Auch einige Wildstauden sind mittlerweile in dieses Beet eingezogen, wie zum Beispiel die Zypressen- Wolfsmilch oder das Sandglöckchen. Verschiedene Glockenblumenarten habe ich auch eingepflanzt, da diese teilweise auch sehr trockenheitsverträglich sind. Glockenblumen gibt es in so vielen Varianten, viele davon sind auch einheimisch. Am besten gefällt mir die pfirsichblättrige Glockenblume. Sie hat relativ große Blüten, ist trockenheitsresistent und sät sich zuverlässig aus.

Durch unseren Vorgarten führt ein Weg aus Holzhackschnitzel in den hinteren Teil unseres Gartens. Um die Beete abzugrenzen, habe ich kleine Trockenmauern aus Sandsteine gestaltet. Darin finden kleine Insekten und Co. Unterschlupf und ich finde es sieht bezaubernd aus, wenn in den Zwischenräumen der Begrenzung Kornblumen, wilde Rauke oder andere Pflanzen wachsen. Mittlerweile hat sich auch Wilde Möhre, Schafsgarbe und Nachtkerze angesiedelt. Viele dieser wilden Pflanzen vertragen die Trockenheit und die sonnige Lage hervorragend und säen sich immer wieder zuverlässig aus.

Zur Bepflanzung dieses Teils des Gartens habe ich auch eine genaue Anleitung erstellt. Diese findest du hier: bienenfreundliches Beet anlegen.

Sonnige, lehmige, trockene Zone

Vorgarten rechts neben der Eingangstür

Im gegenüberliegenden Teil des Vorgartens wurde witzigerweise im Grunde gar kein Sand untergemischt. Also besteht der Boden hier hauptsächlich aus Lehm und ist, dank der sonnigen Lage, auch noch sehr trocken. Er ist extrem hart und klumpig und trotzdem gibt es auch hier wieder Pflanzen, die das wunderbar vertragen und sich bestens entwickeln. Auch die wilde Kratzdistel fühlt sich hier wohl, was ich nicht ganz so toll finde. Aber diese hindere ich an der Samenbildung, weil sie sonst im ganzen Garten wächst.

Als Hausbaum habe ich eine Felsenbirne gepflanzt. Leider eine Kanadische, anstatt einer Einheimischen. Bei der Auswahl der Pflanzen hatte ich dem Pflanzenlieferanten zwar gesagt, dass ich gerne die einheimische Version haben möchte, beim Anliefern aber nicht direkt darauf geachtet. So habe ich nun leider diese Felsenbirne, an welche laut verschiedener Websiten auch weniger Bienenarten gehen. Aber auch sie entwickelt sich gut und ich weiß noch nicht, ob ich sie entfernen werde und durch eine einheimische Felsenbirne ersetzen werde. Denn das ist ja auch kein Aspekt für Nachhaltigkeit.

In diesem Beet sind auch mehrere Katzenminzen eingepflanzt, zur Vermehrung dieser habe ich einen Artikel geschrieben: 3 einfache Arten Stauden zu vermehren. Weitere Pflanzen sind eine Kartoffelrose, welche sich hier wirklich prächtig entwickelt, eine Kletterrose, mehrere Goldgarben, zwei Prachtkerzen und Fetthennen. Meine hohe Fetthenne macht sich auf diesem Boden sehr gut, wohingegen die wilden Fetthennen diesen Boden wohl nicht so mögen. Sie werde ich im Herbst umpflanzen.

Trockenmauer und Sandarium

Zitronenthymian auf Trockenmauer

Im letzten Jahr habe ich meine Trockenmauern im hinteren Bereich des Gartens fertiggestellt und habe Sand unterhalb der Mauern eingebracht, um ein Sandarium für Wildbienen zu schaffen. Dieser Bereich dient auch als weiterer Sitzplatz im Garten. Auch dieser Bereich liegt noch sehr sonnig und ist relativ trocken. Durch das abfallende Gelände und die derzeit kleinen Pflanzen, ist der Bereich an der Trockenmauer allgemein sehr trocken. Hier fließt das Wasser einfach den Hügel hinunter und die Erde hat keine Zeit das Wasser aufzunehmen. Daher habe ich auch hier trockenheitsverträgliche, möglichst einheimische Pflanzen eingesetzt.

Das sind zum Beispiel Karthäuser Nelken, Kuhschellen, Sandglöckchen, Zitronenthymian, Skabiosenflockenblume oder auch Spanisches Gänseblümchen. Mittlerweile siedeln sich aber auch immer neue Wildpflanzen von alleine an. Beispielsweise die Kuhnelke, schwarze Königskerze und wilder Fenchel. Auch die Kornblume und der Klatschmohn vagabundiert durch den Garten.

Staudenbeete in sonniger Lage

Hier herrscht mittlerweile ein Mix aus Wildpflanzen und mehrjährigen Stauden. Zu Beginn habe ich eine Blumenwiesenmischung eingesät. Meine Überlegung war es, eine Blumenwiese einzusäen und (da in dieser auch Einjährige enthalten waren) die entstehenden Lücken nach und nach mit anderen Pflanzen zu füllen und damit einen gewissen „Grundstock“ an wilden Pflanzen im Garten aufzubauen. Dieser Plan ist auch aufgegangen, allerdings muss ich nach drei Jahren Erfahrung sagen: So würde ich das nicht mehr machen! Blumenwiese ja, aber getrennt von den restlichen Beeten in einem eigenen Bereich nur für diese Blumenwiese.

Staudenbeete in voller Sonne

Der Boden in den Staudenbeeten ist überall sehr ähnlich. Zumeist sehr hart und trocken, aber nährstoffreich. Da ich so gut wie gar nicht gieße, müssen die Pflanzen starke Wurzeln in die Tiefe ausbilden, um zu überleben. Die vielen Wildpflanzen kommen damit super zurecht. Gerade, wenn sie an dem für sie richtigen Standort gepflanzt wurden. Neu gepflanzte Stauden gieße ich aber dennoch, damit sie Wurzeln ausbilden können.

Zum Thema richtige Standortwahl kann ich ein Beispiel aus meinem Garten nennen. Ich habe leider Pflanzen ausgesucht, welche eigentlich gerne auf feuchtem, frischen Boden oder sogar gerne sumpfig stehen. Einmal den hohen Wasserdost und dann noch den Blutweiderich. Diesen hatte ich mit seinem größeren Verwandten, dem Rutenweiderich verwechselt und, weil ich das Bild als Ganzes so schön fand, in mein sonniges trockenes Beet gesetzt. Deshalb muss ich regelmäßig meinen Blutweiderich und meinen Wasserdost gießen. Nächstes Jahr will ich allerdings ein Sumpfbeet anlegen, dann werden diese zwei Schönheiten in diesen Bereich umziehen. Hier findest du auch nähere Informationen zur Standortwahl deiner Pflanzen.

Neuerdings lese ich auch ein Buch zum Thema Gestaltung mit Wildpflanzen und möchte auch hier eine Empfehlung dafür aussprechen. Wenn du dich mit der Planung von Blumenbeeten näher befassen möchtest, findest du hier viele Tipps um mit Wildpflanzen schöne Blumenbeete zu gestalten.

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Staudenbeete im Halbschatten

Im Halbschatten habe ich ein größeres Blumenbeet. Dieses befindet sich zwischen meinem Weißdorn und meinem Gewöhnlichen Schneeball. Der Boden ist auch hier eher hart und trocken. Bisher ist dieses Beet auch noch ziemlich leer. Die letzten Jahre ist hier immer Kornblumen und unechte Kamille gewachsen und haben sich immer weiter selbst ausgesät. Das sah immer sehr schön aus. Leider hat das dieses Jahr, aus mir unerfindlichen Gründen, nicht funktioniert. Aber eigentlich war das auch nur als Übergangslösung gedacht, da mir bisher die Ideen für dieses Beet gefehlt haben. Nun will ich dieses Beet umbauen, um eine weitere Zone in meinen Garten zu integrieren.

Hier möchte ich nämlich ein Sumpfbeet anlegen. Zur Bewässerung des Sumpfbeetes habe ich vor, das Regenwasser der (zukünftigen) Terrassenüberdachung zu nutzen. Da das Beet eher im Halbschatten liegt, hoffe ich auch auf eine niedrigere Verdunstung als an einem sonnigen Standort. Hauptsächlich sollen hier Kuckuckslichtnelken, Wiesenschaumkraut, mein Blutweiderich und der Wasserdost aus dem sonnigen Staudenbeet und das Moorpfeifengras wachsen. Außerdem sitzen im jetzigen Beet noch drei Herbstanemonen, welche ich gerne wegen der attraktiven späten Blüte weiterhin dort belassen möchte. Sie müssen allerdings ein Stück zur Seite wandern.

Staudenbeete im Schatten

Auch im Schatten habe ich tatsächlich nur ein einziges Beet. Im Schlagschatten des Hauses. Und selbst dieses wird am späten Nachmittag noch mit Sonne beschienen. Da ich Funkien sehr gerne habe, durften hier ein paar dieser Schönheiten einziehen. Ebenso steht hier meine Eberesche und spendet uns (hoffentlich) in den nächsten Jahren mehr Schatten auf der Terrasse. Hier wachsen auch echte Schlüsselblumen, Walderdbeeren, Waldmeister und Christrosen. Auch hier ist der Boden wieder sehr trocken, mit der zusätzlichen Gegebenheit, dass um die Terrasse leider großzügig Schotter eingebracht und verdichtet wurde. Somit habe ich hier auch keine optimalen Bedingungen für einen Baum wie die Eberesche. Bisher schlägt sie sich aber ganz gut und ich hoffe sie wächst noch ein bisschen weiter.

Gemüsegarten und Hochbeet

Mein Gemüsegarten liegt in der Morgensonne, auf der Ostseite des Hauses. Hier bekommen die Pflanzen bis ca. 14.00 Uhr nachmittags Sonne. Danach fallen sie in den Schatten des Hauses, allerdings empfinde ich das gerade im Sommer als gut. Ich kann mich bisher nicht über die Ernte beklagen.

Das Hochbeet liegt zwar im Südosten des Grundstücks, aber durch den integrierten Sichtschutz ist das Hochbeet alles andere als sonnig gelegen. Durch die Latten des Zauns fällt doch relativ wenig Licht ein. Wenn dich der Bau des Hochbeetes an sich interessiert, kannst du gerne hier meinen Beitrag dazu lesen. Mein Gemüsebeet und mein Hochbeet sind mit Komposterde angereichert und mit reinem Kompost als Mulch abgedeckt. Auch Rasenschnitt bringe ich mehr oder weniger regelmäßig auf meine Gemüsebeete auf. So ist dieser Boden hier zumeist gut gelockert und nährstoffreich.

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